Empfangshallen sind die Bühne, auf der eine Firma sich täglich neu präsentiert. Mehrere Bildschirme multiplizieren die Wirkung — aber sie multiplizieren auch das, was man falsch machen kann. Hier ein paar Empfehlungen aus der Praxis.
Warum mehrere Bildschirme statt einem großen?
Ein 98-Zoll-Display sieht beeindruckend aus — kostet aber das Vier- bis Sechsfache eines 55-Zoll-Modells und ist transportlogistisch knifflig. Drei oder vier 55-Zoll-Bildschirme nebeneinander sind oft die bessere Wahl:
- Sie können verschiedene Inhalte parallel zeigen — Wetter, Wegeleitsystem, Termin-Info.
- Bei Defekt fällt nur ein Bildschirm aus, nicht die ganze Wand.
- Die Auflösung pro Display bleibt sinnvoll lesbar, statt eines pixelig wirkenden Riesen.
Layout-Optionen
Drei häufige Layouts:
- Video-Wall (z. B. 2×2): ein Inhalt erstreckt sich über alle Bildschirme. Sehr wirkungsvoll, braucht aber durchdachte Kalibrierung der Ränder.
- Mosaik: jeder Bildschirm zeigt eigenständigen Inhalt (Begrüßung, News, Termine, Wetter). Einfacher zu betreiben, flexibler bei Änderungen.
- Linie (3×1 horizontal): klassisch für Empfangsbereiche, ein durchlaufender Inhaltsfaden.
Hardware
Worauf wir achten:
- Helligkeit: für Empfangshallen mit Tageslicht mindestens 500 cd/m², besser 700 cd/m². Consumer-TVs sind oft zu dunkel und spiegeln.
- 16h/24h-Tauglichkeit: Digital-Signage-Displays sind dafür ausgelegt, Consumer-TVs nicht. Halten doppelt so lange.
- Schmaler Rahmen bei Video-Walls — sonst sieht jeder Übergang aus wie ein Spalt.
- Player pro Bildschirm oder ein Player mit Multi-Display-Ausgang: bei 2-4 Bildschirmen reicht ein Mini-PC mit 2-4 HDMI-Ausgängen. Displayna verteilt Inhalte auf alle angeschlossenen Bildschirme.
Inhalte: synchronisiert vs. eigenständig
Bei einer Video-Wall müssen alle Bildschirme exakt im gleichen Frame sein, sonst sieht der Übergang fragmentiert aus. Das funktioniert über einen einzigen Player mit mehreren HDMI-Ausgängen (gleichzeitiges Rendering) oder über einen externen Bildprozessor.
Bei Mosaik-Layouts ist Synchronität egal — jeder Bildschirm hat sein eigenes Projekt und läuft autark. Vorteil: ein einzelner Bildschirm fällt nicht der ganzen Wand auf die Füße.
Anschluss-Tricks und Fehlerquellen
- HDMI-Längen über 5 m: aktive Kabel verwenden, oder über LAN mit HDMI-Extendern arbeiten.
- Stromversorgung: pro Bildschirm eigene Steckdose — ein 4-fach-Mehrfachstecker hinter der Wand spart Kabelsalat, aber überlastet Sicherungen.
- Wandmontage: bei Trockenbauwand immer in die Unterkonstruktion bohren. Bei schwereren Modellen lieber von Fachleuten anbringen lassen.
- Auto-Start: jeder Bildschirm soll nach Stromausfall automatisch wieder ans Bild kommen — das muss am Bildschirm und am Player eingestellt werden.