„Was kostet uns das eigentlich?" — die ehrlichste Frage, die man stellen kann. Sie zu beantworten ist nicht so schwer, wie viele Hersteller es klingen lassen. Hier eine nüchterne Rechnung mit allen Posten, die typischerweise übersehen werden.
Wann sich Digital Signage überhaupt rechnet
Ein digitaler Bildschirm spart erst dann Geld, wenn der Aufwand für die Pflege geringer ist als das, was er ersetzt. Klassische Fälle:
- Speisekarten in der Gastronomie — Druckkosten von 200-600 €/Jahr fallen weg, Karte ist in Sekunden aktualisiert.
- Empfangsdisplays in Unternehmen — kein gedrucktes Wegeleitsystem mehr, Begrüßung pro Kunde individualisiert.
- Schaufensterwerbung im Einzelhandel — keine wöchentlichen Plakatdruck-Touren mehr.
- Wartezimmer-Information — keine ausgedruckten Aushänge mehr, immer aktuelle Informationen.
Die echten Kostenposten — alle 5
Vergessen werden bei der ersten Rechnung oft 2 von 5 Posten:
- Hardware (einmalig): Bildschirm + Player + ggf. Wandhalterung. Realistisch 600–1.500 € pro Bildschirm.
- Software (einmalig oder laufend): Lizenz für das CMS und/oder den Player. Self-Hosted: einmalig. Cloud-SaaS: pro Bildschirm pro Monat.
- Internet / Strom (laufend): vernachlässigbar pro Bildschirm — ca. 30–60 €/Jahr Strom.
- Inhalts-Pflege (laufend): jemand muss Inhalte einstellen. Realistisch 15-60 Minuten pro Monat pro Bildschirm — abhängig vom Anwendungsfall.
- Hardware-Tausch (alle 5-7 Jahre): Bildschirme halten lange (10+ Jahre, wenn 16h/Tag), Mini-PCs ca. 5-7 Jahre.
Kalkulation: Cloud-SaaS über 3 Jahre
Beispiel: 5 Bildschirme, Cloud-Tarif 15 €/Screen/Monat:
- Hardware: 5 × 1.000 € = 5.000 €
- Software: 5 × 15 € × 36 Monate = 2.700 €
- Strom: 5 × 60 € × 3 Jahre = 900 €
- Pflege intern: 5 × 30 Min × 36 Monate × 25 €/h = 2.250 €
- Gesamtkosten 3 Jahre: ca. 10.850 €
Kalkulation: Self-Hosted über 3 Jahre
Gleiche 5 Bildschirme, mit Displayna self-hosted:
- Hardware: 5 × 1.000 € = 5.000 €
- Software: einmalig 5 Lizenzen, Listenpreis siehe /preise.html — bei Standard-Edition deutlich unter 2.000 € einmalig.
- Server fürs CMS: kleiner Mini-PC oder Container auf NAS, ca. 300 € einmalig.
- Strom: 5 × 60 € × 3 Jahre = 900 € (Server vernachlässigbar)
- Pflege intern: identisch zu oben = 2.250 €
- Setup: einmalig 4–8 Stunden = ca. 250 € (intern oder als Dienstleistung)
- Gesamtkosten 3 Jahre: ca. 10.500 € — und alle Folgejahre dann nochmal deutlich günstiger.
Sieht auf den ersten Blick nach Patt aus. Der Unterschied ist: nach den 3 Jahren. Bei Cloud-SaaS läuft die Pro-Screen-Gebühr weiter (2.700 € alle 3 Jahre), bei Self-Hosted nicht.
Break-Even: ab wann kippt es zugunsten Self-Hosted
Die Kurve dreht ab ca. 2,5 Bildschirmen oder 3 Jahren Laufzeit — je nachdem, was zuerst eintritt. Konkret:
- 1 Bildschirm, Pilot für 1 Jahr: Cloud bequem, Self-Hosting nicht lohnend.
- 3+ Bildschirme oder 3+ Jahre Laufzeit: Self-Hosting rechnet sich.
- 10+ Bildschirme: Self-Hosting fast immer deutlich günstiger.
Fazit
Digital Signage ist heute günstiger denn je — entscheidend ist das passende Lizenzmodell. Wer wenige Bildschirme betreibt und keine Server selbst betreuen will, ist mit Cloud-Lösungen gut bedient. Wer mehrere Bildschirme, eine längere Laufzeit oder strenge Datenschutz-Anforderungen hat, spart mit Self-Hosting Geld und Aufwand. Beide Wege sind legitim — die Hauptsache ist, die Rechnung ehrlich aufzustellen.