„Wir hätten gern eine digitale Speisekarte, aber keine App-Lizenz" — das hören wir oft. Der Spagat zwischen einmal zahlen und betreiben und so bequem wie das iPad mit der App des Herstellers ist machbar. Hier fünf konkrete Setups mit Preis, Aufwand und Stolpersteinen.

Warum digital? — und warum nicht die App des Bildschirm-Herstellers

Vorteile sind offensichtlich: tagesaktuelle Preise, klare Lesbarkeit auch bei 20 Gästen in der Schlange, saisonale Karten ohne Druckkosten. Der typische Reflex ist, die App des Bildschirm-Herstellers zu nutzen (Samsung Magic-Info, LG webOS Signage etc.). Das ist bequem — aber:

  • Sie sind an den Hersteller gebunden — Wechsel der Hardware bedeutet App-Wechsel.
  • Die Apps verlangen oft jährliche Lizenzen pro Gerät.
  • Inhalte landen in der Cloud des Herstellers — kein Drama bei einer Speisekarte, aber spätestens bei Aktionen mit Foto-Wettbewerben oder Treueaktionen ein DSGVO-Thema.

Eine Self-Hosted-Lösung entkoppelt Sie vom Hersteller und macht den Wechsel der Bildschirme jederzeit möglich.

1. Bildschirm + HDMI-Stick (kleines Budget)

Ein normaler Fernseher (43–55 Zoll, ca. 350–600 €) plus ein HDMI-Player wie ein Raspberry Pi 4 oder ein Android-TV-Stick (40–80 €) — das günstigste produktive Setup.

Aufwand: ca. 1 Stunde Aufbau + Software. Der Pi bekommt das Displayna-Player-Image, wird ans WLAN gebunden, zeigt fortan die Speisekarte.

Stolperstein: Consumer-TVs schalten sich nach Inaktivität ab. Sie brauchen entweder ein TV mit „Hotel-Modus" (manche Samsung-Modelle, viele Hisense) oder Sie sperren den Bildschirm-Schoner über die Player-Konfiguration.

2. Bildschirm + Mini-PC (Standard-Setup)

Ein „Digital Signage"-Display vom Hersteller (NEC, LG Pro, Sharp — speziell für 16-h-Betrieb ausgelegt) plus ein lüfterloser Mini-PC (Intel NUC, ca. 250–400 €). Sehr robust, jahrelang wartungsarm.

Aufwand: ca. 2 Stunden. Mini-PC im Bürorack oder hinter dem Bildschirm. Displayna-Electron als Autostart, fertig.

Vorteil: Sie tauschen Bildschirm und Mini-PC unabhängig voneinander, und der PC kann auch andere Inhalte zeigen (Slideshow, Video, Web-Dashboard).

3. Smart-TV mit Browser (vorhandene Hardware)

Viele moderne Smart-TVs haben einen brauchbaren Browser an Bord (Samsung Tizen, LG webOS, Hisense Vidaa). Sie können Displayna direkt im Browser des TVs öffnen und im Vollbild laufen lassen — null zusätzliche Hardware.

Aufwand: 15 Minuten. URL eingeben, Bookmarks, Auto-Start beim Einschalten.

Einschränkung: der Browser ist auf Smart-TVs träger als ein Mini-PC; bei Videos oder vielen Animationen merkt man das. Für reine Speisekarten reicht's locker.

4. Mehrere Bildschirme zentral steuern

Sobald Sie zwei oder drei Filialen haben, lohnt sich ein zentrales CMS. Sie legen die Speisekarte einmal an, verteilen sie auf alle Standorte, und ändern Preise an einer Stelle für alle Bildschirme. Mit Displayna passiert das per Drag & Drop, der Wechsel ist live in Sekunden.

Praxis-Tipp: Pro Standort einen kleinen Mini-PC (siehe Setup 2). Das CMS läuft auf einem Server in Ihrem Hauptsitz oder als kleine VM bei einem EU-Hoster.

5. Touch-Menü für Self-Ordering

Touch-Bildschirme im Self-Order-Modus brauchen mehr als nur eine Speisekarte: Kategorien, Detail-Ansicht, Warenkorb. Das geht mit Displayna im Kiosk-Modus inklusive Idle-Timeout (kehrt nach 60s zurück zum Startbild), Buttons mit Sprungzielen und einer Anbindung an Ihre Kasse über die offene API.

Der Aufwand ist höher (Daten-Modell, Pflege der Karte, Kassenanbindung) — meist 1–2 Tage Konzept, dann ist es eingespielt.

Was es realistisch kostet

Eine ehrliche Hausnummer für ein Restaurant mit zwei Bildschirmen:

  • Hardware: 2× TV à 450 € + 2× Mini-PC à 300 € = ca. 1.500 €
  • Software: 2 Displayna-Lizenzen (einmalig) — Listenpreise auf unserer Preise-Seite.
  • Setup/Pflege: 4-8 Stunden in der Einrichtung. Danach 15 Minuten im Monat für Pflege.

Im Vergleich: Cloud-SaaS-Lösungen kosten typisch ab 8–20 € pro Screen und Monat — bei 2 Screens × 36 Monaten sind das 576–1.440 € allein an Software-Miete. Eine Self-Hosted-Lösung ist nach unter 12 Monaten günstiger.